EuGH Sechste Kammer Beschluss

Art. 104 § 3 Abs. 1 der Verfahrensordnung

Strafverfahren gegen Edgar Babanov

Vorlage: Panevėžio apygardos teismas (Litauen)

Art. 104 § 3 Abs. 1 der Verfahrensordnung – Landwirtschaft – Freier Warenverkehr – Nationale Rechtsvorschriften, die den Anbau aller Hanfarten verbieten

Europarecht

Tenor

Tenor

1. Die Verordnung (EG) Nr. 1782/2003 des Rates vom 29. September 2003 mit gemeinsamen Regeln für Direktzahlungen im Rahmen der Gemeinsamen Agrarpolitik und mit bestimmten Stützungsregelungen für Inhaber landwirtschaftlicher Betriebe und zur Änderung der Verordnungen (EWG) Nr. 2019/93, (EG) Nr. 1452/2001, (EG) Nr. 1453/2001, (EG) Nr. 1454/2001, (EG) Nr. 1868/94, (EG) Nr. 1251/1999, (EG) Nr. 1254/1999, (EG) Nr. 1673/2000, (EWG) Nr. 2358/71 und (EG) Nr. 2529/2001 ist dahin auszulegen, dass sie nationalen Rechtsvorschriften entgegensteht, die den Anbau und den Besitz von Hanf, der zur Erzeugung des in dieser Verordnung genannten Faserhanfs bestimmt ist, verbieten.

2. Das Gemeinschaftsrecht hindert das Gericht eines Mitgliedstaats daran, nationale Rechtsvorschriften anzuwenden, die unter Verstoß gegen die Verordnung Nr. 1782/2003 ein Verbot des Anbaus und des Besitzes von Hanf, der zur Erzeugung des in dieser Verordnung genannten Faserhanfs bestimmt ist, zur Folge haben.

Verfahren

Verfahrensbeteiligte anzeigenVerfahrensbeteiligte ausblenden

Verfahrensgegenstand

Gegenstand

Vorabentscheidungsersuchen – Panevėžio apygardos teismas – Vereinbarkeit nationaler Rechtsvorschriften, wonach der Anbau jeder Art von Hanf strafbar ist, mit dem Recht der Union – Befugnis eines Gerichts, die nationalen Rechtsvorschriften anzuwenden, wenn der Wirkstoffgehalt des Hanfs einen gewissen Schwellenwert nicht übersteigt